Bürgerinitiative kämpft um Erhalt des Stadtbildes in Schwerin
Die Bürgerinitiative “Marienplatz” sammelt derzeit Unterschriften für eine andere Lösung zum Bau der Marienplatz-Galerie. Morgen findet dazu ein Gespräch mit dem Investor Tenkhoff-Properties statt. Doch nicht nur der Bau, auch die Gründung der Bürgerinitiative weckt Unverständnis. Zum Beispiel bei Ingolf-Rudolf Flückiger.
Wer sich an der Unterschriftenaktion beteiligen möchte, findet dazu Listen in vielen Läden und gastronomischen Einrichtungen in der Innenstadt.
Redaktion: Michaela Skott
Kamera/Schnitt: Ralf Schönrock
Mitarbeit: Lukasz Lawicki


Kommentare
In den letzten acht Jahren habe ich das alte Mecklenburg-Schwerin intensiv bereist und speziell Herrenhäuser von Rittergütern besehen. Dabei habe ich verschiedentlich verloren geglaubte Häuser wiedererstehen sehen. Ulrichshusen war Ruine und ist jetzt ein Magnet für Musikfreunde. Den Marstall in Diekhof fotografierte ich erstmals 1993 und danach in Abständen einiger Jahre immer wieder,dokumentierte seinen Verfall, glaubte nicht, dass er zu retten sei. Jetzt ist er restauriert und genutzt. Warum soll die alte Residenzstadt und Landeshauptstandt zusammen mit einem Investor nicht können, was auf dem platten Land bereits vorgemacht wurde?
Ich bin ein Urschweriner, am Marienplatz geboren, also vorbelastet. Am Marienplatz haben wir schon ein Einkaufszentrum, ein sehr großes. Wir Schweriner haben sehr viele Opfer für dieses Schloßparkzenter hinnehmen müssen. Sicher, man kann jetzt vieles mitten in der Stadt kaufen. Man hat sogar die Öffnungszeiten für uns verlängert, damit wir mit immer weniger Geld mehr einkaufen können. Nun soll genau an diesem Platz ein zweites Einkaufszentrum gebaut werden . . Dort wo historische Häuser stehen, deren Verfall man mutwillig in Kauf genommen hat. Die Häuser stammen aus den Jahren 1795, 1805 und 1835 . . die anderen sind später erbaut. Auch der berühmte Speicher, der immer auf dem Hinterhof stand, und den viele Schweriner eigentlich nicht kennen . . trotzdem, auch er sit erhaltenswert. Unsere Stadt ist nicht wie Rostock oder Hamburg im zweiten Weltkrieg zerbombt worden. Wenn man aber die neues Einkaufstempel sieht, könnte man denken es waren hier so viele Lücken durch den Krieg, die bebaut werden mussten.
Das bisherige Einkaufszentrum hat viele Läden in der Innenstadt verwaisen lassen, ganze Straßen sind wie leer gefegt. Nun soll noch ein Einkaufstempel 50 Meter daneben. Welch ein Irrsinn. Es wurde uns gesagt, damit Leute aus Hamburg, Lübeck und Lüneburg hier einkaufen. Als wenn dort keine Einkaufsmöglichkeiten bestehen, einfach lächerlich . . Ich freue mich wenn Touristen in unsere Stadt kommen, und unser Theater, unsere Museen und vor allem unser Schloß besuchen. Wenn jedoch laut Tenkhoff 300 000 Einkäufer aus dem Umland zu uns kommen sollen und uns mit Autos und Bussen zuparken, nur um Einzukaufen, jene Waren die aus dem Westen kommen, und von den Firmen verkauft werden, die auch dann ihre Steuern wieder im Westen entrichten, dann sage ich NEIN . .